herzhaft · Rezepte

Migas – ein würziges spanisches Bauerngericht

Heute habe ich ein schnelles Gericht für die Woche für Euch: Migas bedeutet auf Spanisch „Krümel“ (oder Migas de Pastor – „Krümel des Hirten/Schäfers“) und bezeichnet ein einfaches Bauerngericht/Hirtengericht aus altbackenem Brot, geröstet mit Knoblauch, Kräutern und Gewürzen und anschließend in einer würzigen Brühe mit Eiern als Beilage oder Hauptspeise serviert.

Bei uns gibt es dieses Gericht richtig oft. Wir haben es nach unserem Geschmack erweitert und verfeinert. Es ist schnell, einfach und preiswert. Wenn älteres Brot da ist, kommt es mir automatisch in den Sinn. Und Chorizo, Eier und TK-Erbsen habe ich eigentlich immer im Haus.


Migas

Rezept für 4 Portionen

  • 200 g weiche Chorizo, in Scheiben oder Würfel geschnitten
  • „altes“ Brot, in Würfel geschnitten oder in Stücke gerupft

Die Chorizo in einer Pfanne mit wenig Öl anrösten und mit der Schöpfkelle herausnehmen und beiseite stellen. In dem Chorizo-Fett nun die Brotwürfel rösten.

  • 2 Schalotten
  • 3 Zehen Knoblauch

fein hacken und in einer weiteren Pfanne in Olivenöl anbraten. Mit

  • 1 EL Pimentón den la vera
  • Salz und frisch gemahlenem Pfeffer

abschmecken. Auf kleiner Stufe warm und knusprig halten. Unterdessen

  • 300 g dicke Bohnen (frisch oder TK)
  • eine Tasse Wasser

zu dem Knoblauch und den Schalotten geben und 5 Minuten kochen lassen. Hiernach

  • 300 g Erbsen (frisch oder TK)
  • 1/2 Töpfchen Gemüse-Bouillon

zufügen und weitere 5 Minuten köcheln lassen.

  • 1 Hd geriebenen Parmesan
  • 1 Hd Minzeblätter, gehackt
  • Zesten einer Bio-Zitrone

(hiervon jeweils einen kleinen Teil zum Servieren zur Seite legen) unter das Gemüse mischen, salzen und pfeffern. Den Saft der Hälfte der Zitrone ebenfalls unterrühren.

  • 1 Hühnerei (oder wie in meinem Bild: 2 Wachtel-Eier)

braten (Perfekt, wenn das Eigelb noch flüssig ist und gleich über das knusprige Brot läuft!).
Die Chorizo-Migas mit dem Gemüse und etwas Brühe in Teller geben, mit den Eiern toppen und mit Parmesan, Minze und Zitronenabrieb garnieren.


¡Buen provecho!

Alles Liebe, 🧡 KatE.
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Zarteste Rinderbäckchen in Tonkabohnen-Portwein

Nachdem ich mir ganz spontan eine kleine Blogpause genommen hatte, weil so viel los war mit und zwischen den Feiertagen, und letzten Samstag keinen Blogpost veröffentlicht habe, komme ich zurück mit ganz vielen Ideen und Inspirationen und habe so richtig große Lust auf ein neues Jahr mit all seinen Möglichkeiten, Herausforderungen, Erfahrungen, Menschen und Herzöffnern!


Ein frohes neues Jahr wünsche ich Euch von ganzem Herzen!

365 neue Seiten.
12 neue Kapitel.
Und alles leer.
Du bist der Schriftsteller, es liegt ganz allein an dir, was du daraus machst!

Zum Auftakt des neuen Jahres habe ich ein wahnsinnig leckeres Rezept für Euch!! Rindfleisch, das auf der Zuge zergeht, mit einer wundervollen Sauce, vollgepackt mit Aromen. Ihr werdet begeistert sein!

Die Zubereitung erfordert etwas Zeit und Hingabe. Ich verspreche euch: gerade deshalb lohnt es sich! Denn die verschiedenen Zutaten verbinden sich zu einem einzigartigen Geschmackserlebnis:

brasilianisch – portugiesisch
Tonkabohne und Portwein

deutsch
Thymian, Lorbeer, Rotwein, Essig (Sauerbraten)

asiatisch
Chili, Limette, Koriander, Rohrohrzucker


Rinderbäckchen in Portwein mit Tonkabohne

Bitte beachtet unbedingt die Zubereitungszeiten: Marinierzeit: mindestens 24 Stunden, Ofenzeit: 3 bis 4 Stunden // Mengenangaben für 4 bis 6 Personen

Die Marinade
  • 1,5 kg Rinderbäckchen (beim Metzger vorbestellen)
  • 125 g Schalotten, geviertelt
  • eine Chili / halbe Peperoni, gehackt
  • Saft einer halben Limette
  • 2 EL roter Balsamico-Essig
  • Wurzeln von drei Stängeln Koriander, gehackt (Beim Asianten gibt es Koriander mit Wurzeln, diese haben ein ganz feines Aroma. Wenn du keine bekommst, verwende einfach die Stängel des Korianders) – die Blättchen für später in den Kühlschrank legen
  • 3 Zehen frischer Knoblauch
  • 3 Stängel Thymian
  • 3 Lorbeerblätter
  • 1 Tonkabohne, sehr fein gerieben
  • eine halbe Flasche Portwein
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 EL Rohrohrucker

Die Rinderbäckchen waschen und trockentupfen. Die übrigen Zutaten zu einer Marinade vermischen, das Fleisch vollkommmen mit der Flüssigkeit bedecken und mindestens 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.


Die Ofenzeit
  • 3 Möhren
  • 2 Stangen Lauch
  • 2 Pastinaken

Das Gemüse putzen und in grobe Stücke teilen und in einen Bräter geben. Das Fleisch aus der Marinade nehmen und (eventuell in 2 Portionen) bei großer Hitze scharf anbraten. Währenddessen die Marinade in einem Topf aufkochen und den Backofen auf 130°C vorheizen.

  • 1/2 Flasche Rotwein (Gran Reserva) und
  • 400 ml Kalbsfond

zur Marinade geben alles etwas einkochen lassen, bis der Alkohol verkocht ist. Das Fleisch und die Sauce zu dem Gemüse in den Bräter geben und im Ofen 3 bis 4 Stunden schmoren lassen, dabei das Fleisch ab und zu wenden. Es ist perfekt, wenn es so zart und butterweich ist, dass es sich mit dem Löffel zerteilen lässt.


Das Fleisch von der Sauce trennen, in Alufolie legen und im Ofen warmhalten. Die Sauce im Topf etwa 10 Minuten kochen lassen, so dass sie reduziert und sämig wird. Durch ein Sieb geben und und mit

  • Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer
  • Limettensaft und
  • eventuell noch etwas geriebener Tonkabohne

abschmecken.

Die Toppings
  • eine Frühlingszwiebel, in feine Streifen geschnitten
  • 1 Chili oder 1/2 Peperoni, in feine Ringe geschnitten
  • Abrieb einer unbehandelten Limette und
  • die Korianderblättchen (von der Marinade)

Die Toppings in Schälchen zum Fleisch servieren.


Dazu passt Sellerie-Kartoffelpüree (nimmt die deutsche Küche wieder auf) und Salat mit Mango und Zitrus-Ingwer-Dressing (wiederum asiatisch), dann aber ohne das Rumpsteak, oder auch ein einfacher grüner Salat.

Dieses Rezept ist übrigens eine Gemeinschaftsproduktion: Kate featuring Elmar. Ich mag es sehr, mit Freunden lecker zu essen. Gemeinsam zu planen und zu kochen macht noch mehr Spaß!

Wir hatten die Idee, beim gemeinsamen Kochen die Rinderbäckchen mit Tonkabohnen zu verkuppeln. Elmars größte Tochter Maja wünschte sich meinen Salat mit Mango dazu, weil sie den so liebt. So entstand die Idee, die Marinade und die Toppings ebenfalls um asiatische Zutaten zu ergänzen. 

Es war eine wunderschöne Erfahrung, gemeinsam etwas neues zu erschaffen und dieses eigenwillige Rezept zu kreieren (Im Netz konnte ich kein Fleischgericht mit Tonkabohne finden, was mich im Nachhinein sehr verwundert hat, denn es schmeckt großartig! Und jetzt gibt es eins!).

Also schnappt euch eure Freunde und kocht mal wieder zusammen! Und/oder euren Partner! Die Messer gewetzt, die Musik an und gemeinsam wird geschnibbelt und genascht und abgeschmeckt.

Und dabei nicht vergessen, etwas Wein in das Essen und in die Köche zu schütten!

Habt den schönsten Abend!

Alles Liebe, 🧡 KatE.
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Suppe á l`Orange

Diese Suppe sieht so wunderschön leuchtend aus! Jedenfalls in meinen Augen. Aber wer mich kennt, der weiß, dass alles, was orange ist, mein Herz hüpfen lässt. In diesem Fall aber geht die Freude gleich in den Magen, denn das Süppchen schmeckt so toll, wie es aussieht.

Das Rezept entstand ganz zufällig und spontan: vor ein paar Tagen habe ich mit Freundinnen einen Weihnachtsmarkt besucht. Es war nicht so kalt, aber es nieselte fast durchgehend und am Ende wurde der Regen so stark, dass ich nach Hause fuhr. Auf dem Heimweg fühlte ich mich durchnässt und durchgefroren. Ich freute mich auf die Wärme daheim und bekam eine riesige Lust auf eine warme Suppe. Ich überlegte, welche Zutaten da sind: da war noch ein halber Kürbis, der verbraucht werden müsste, ein Bund Möhren, das nicht wie geplant zum Einsatz gekommen war und eine orangefarbene Paprika im Kühlschrank, die man roh nicht mehr hätte essen wollen.

Zu Hause am Herd, in trockenen Tüchern, nahm das Süppchen ganz automatisch Formen an und heraus kam diese leuchtende Komposition aus leckeren vitalisierenden Aromen.


Kochen und Essen


ein schöpferischer Vorgang voller Respekt für die Zutaten, Achtsamkeit dem Körper gegenüber, Liebe für`s Detail und Genuss für die Sinne

Ob ich für mich alleine koche oder für die ganze Familie spielt letztlich keine Rolle. Es macht mir fast immer den größten Spaß etwas zu kochen, vor Allem wenn ich Appetit habe.  der Vorgang an sich ist für mich Freude, Kreativität und Entspannung zugleich. Und wenn sich nachher alle freuen, weil es so lecker schmeckt, dann kommt das noch on Top. Ich kann mich aber auch ganz für mich alleine freuen und genießen. So sollte Koche und Essen sein – ein schöpferischer Vorgang voller Respekt für die Zutaten, Achtsamkeit meinem Körper gegenüber, Liebe für`s Detail und Genuss für die Sinne. 



Suppe á l`Orange

  • 3 Schalotten
  • 3 Zehen Knoblauch
  • jeweils 3 Stängel Koriander mit Wurzel und Thai-Basilikum (die Blätter für später beiseite legen)

Alles fein hacken und in etwas Olivenöl auf kleiner Stufe sanft anschwitzen.

  • 1 kg Möhren
  • 1 Süßkartoffel
  • 1 orangefarbene Paprika 
  • ein 10 cm langes Stück Butternuss-Kürbis
  • ein 5 cm langes Stück frischen Kurkuma

putzen, in grobe Stücke teilen  und zusammen mit

  • 1 EL Butter

in den Topf geben. Das Gemüse weitere 5 Minuten bei mittlerer Hitze anschwitzen. 

  • 1,5l Wasser (mit Brühetöpfchen für nur 1 Liter)

zufügen und bei geschlossenem Deckel (für den Erhalt der Vitamine ) kochen, bis das Gemüse weich ist.
Den Herd herunterschalten, so dass die Suppe nicht mehr kocht. Alles schön glatt und sämig pürieren. Mit

  • 2 TL Oystersauce
  • Saft von 3 Orangen
  • Salz und Pfeffer

würzen. Nicht mehr kochen (ich kann es nicht oft genug sagen: wir wollen die Vitamine erhalten) .

Für das 

Koriander-Haselnuss-Pesto
  • Blätter des Thai-Basilikums und des Korianders der Suppenbasis (s.o.)
  • 1 Bund Koriander 
  • 1 Hand voll alten Gouda, gerieben
  • 70 ml Haselnuss-Öl + 30 ml gutes Olivenöl
  • 1 Hd. voll Haselnüsse 

zu einem glatten Pesto pürieren.

Toppings

Die Suppe in Teller geben und mit dem Pesto,

  • geriebenem Käse
  • Korianderblättchen
  • gehackten Haselnüssen
  • Orangenscheiben, ohne Schale und geachtelt

garnieren. 


Natürlich ist jede Menge Suppe übrig geblieben, denn es war spät geworden und ich war nach einem Teller satt. Die Fotos sind dann ganz in Ruhe am nächsten Tag entstanden. Wenn ihr jetzt aber denkt: „ist ja klar, nach einem langen Tag schießt sie vielleicht ein schnelles Foto von oben, macht aber keinen großen Zinnober mehr von wegen Set aufbauen und Motiv ausleuchten und so, bis die Suppe kalt ist“, dann habt ihr Recht.

Allerdings täuscht ihr euch, wenn ihr denkt, dass ich mir beim Anrichten des Tellers für die Fotos  mehr Mühe gegeben habe, denn meine Suppe, die ich am Abend ganz in Ruhe und für mich allein aß (denn meine Familie hatte schon gegessen, während ich auf dem Weihnachtsmarkt war), sah ganz genau so aus.

Nur das Foto-Set an sich, das ganze drumherum, das mache ich für den Blog und für Euch. Und auch hierbei habe ich größten Spaß! Ich liebe es einfach, kreativ zu sein. Während schöpferischer Prozesse bin ich voll in meinem Element und tief in mir glücklich und zufrieden. Und natürlich möchte ich mit dem Ergebnis dazu inspirieren, meine Rezepte nachzukochen. Ich hoffe sehr, ihr freut euch auch ein bisschen! 

Alles Liebe, 🧡 KatE.